Türgriff-Arten: Türklinken, Türknäufe, Knopfdrücker und Stoßgriffe

Der Türgriff ist wohl der prominenteste Bestandteil einer Garnitur: Die Griffe zum Öffnen und Schließen machen den ersten Eindruck aus, den eine Tür in Hinblick auf Ästhetik und Design verströmt: Elegant oder rustikal, schlank oder schwergewichtig, nüchtern oder verspielt – mit der richtigen Auswahl des Türgriffs setzen Sie Akzente.

Meist nimmt man bei der Auswahl Material, Qualität und Design unter die Lupe und basiert die Entscheidungsfindung für den richtigen Türgriff auf diesen Aspekten. Doch die allererste Frage lautet meist: Türklinke, Türknauf oder Stoßgriff? Welche Art von Türgriff soll es sein?

Bei der Antwort darauf kommen sowohl ästhetische als auch funktionelle Aspekte ins Spiel. Wir werfen einen Blick auf die unterschiedlichen Typen von Türgriffen, mit denen Sie Ihr Heim oder Ihr Objekt ausstatten können.

Türklinken

Die wohl verbreitetste Türgriff-Art in Deutschland ist die Türklinke, im Fachjargon auch Türdrücker genannt. In Österreich sagt man auch Türschnalle, in der Schweiz kennt man sie auch unter der Bezeichnung Türfalle. Strenggenommen ist die (Schloss-)Falle, auch Schnapper genannt, jedoch der Türschloss-Bestandteil, der die Tür im Anschlag hält und nicht der Türgriff.

Egal, ob man nun Türklinke, Drücker oder Türschnalle sagt: Diese Art von Türgriff verfügt über einen abgewinkelten Hebel, der sich herunterdrücken lässt. Ein Mechanismus zieht die Falle in den Schlosskasten zurück und ermöglicht so das Öffnen der Tür. Es gibt auch Sonderformen wie die Hebefalle, bei denen die Falle nicht in den Schlosskasten gezogen, sondern nach oben gehoben wird, um so die Öffnung zu ermöglichen. Schiebetüren hingegen sind oft mit einer Hakenfalle ausgestattet.

Türklinken sind oftmals nach innen zur Tür hin abgerundet, um ein Verfangen von Kleidung o.ä. zwischen Klinke und Türblatt zu verhindern.

Türdrücker werden häufig als Türgriffe für Zimmertüren verwendet, da sie besonders einfach zu bedienen sind – notfalls sogar mit dem Ellenbogen, wenn gerade keine Hand frei ist. Die Einfachheit kann aber auch zu Problemen führen: Findige Kleinkinder oder Haustiere lernen schnell, Türen zu öffnen, die ihnen eigentlich versperrt bleiben sollen.

Apropos versperrt: die meisten Drückergarnituren sind mit einer Rosette mit Schlüsselloch versehen, sodass sie an eine Tür mit Schlosskasten angebracht werden können.

Türknäufe und Knopfdrücker

Türknäufe sind weltweit eine sehr häufig anzutreffende Türgriff-Art, die in Deutschland jedoch nicht besonders weit verbreitet ist. In den Vereinigten Staaten aber zählen sie aber beispielsweise zum Standard für Zimmertüren. Sie sind auch unter dem Begriff Türknopf, bzw. Englisch door knob bekannt. Knäufe an Fenstern werden aufgrund ihrer ovalen Form auch oft Fensteroliven genannt.

Bei Türknäufen handelt es sich um einen meist drehbaren Knauf, Knopfdrücker, der im Gegensatz zur Türklinke nicht heruntergedrückt, sondern stattdessen gedreht wird, um den Öffnungsmechanismus zu betätigen. Die Bedienung ist etwas schwieriger, da die Drehbewegung mit der Hand geschehen muss (und nicht beispielsweise durch den Ellenbogen ersetzt werden kann) und einen festen Halt erfordert. Dadurch sind Türknäufe aber gleichzeitig sicherer in Haushalten mit Kleinkindern oder Haustieren.

In Deutschland sind Kombinationen von Klinke und Knauf gängig: Diese sogenannten Wechselschlösser werden beispielsweise für Haustüren eingesetzt. Von Innen lassen sie sich jederzeit durch Herunterdrücken der Türklinke öffnen; von außen hingegen wird ein Schlüssel benötigt, mit dem sich die Falle in den Schlosskasten zurückziehen lässt. Türknäufe in Wechselgarnituren sind für gewöhnlich nicht drehbar sondern werden feststehend montiert.

Stoßgriffe

Weitaus seltener in privat genutzten Räumen und daher ein besonderer Hingucker sind Stoßgriffe.

Stoßgriffe besitzen keinen Öffnungsmechanismus wie Türklinken oder Türknäufe. Sie werden daher entweder an Türen verwendet, die keine Türfalle besitzen, oder die Öffnung erfolgt mittels eines Schlüssels. Stoßgriffe werden verwendet, um – wie der Name schon sagt – Türen aufzustoßen oder aufzuschieben.

Eine Sonderform von Stoßgriffen sind sogenannte Griffmuscheln, die bündig ins Türblatt eingelassen sind. Sie verringern z.B. in Sporthallen die Verletzungsgefahr, da keine Bestandteile hervorstehen. Es gibt Griffmuscheln auch als Ausführungen mit Türklinken.

Stoßgriffe haben zahlreiche Einsatzgebiete: Sie werden besonders in Objekten verwendet, in denen reger Publikumsverkehr herrscht. Auch als Türgriffe für Haustüren sind sie aufgrund ihrer Größe und interessanten Gestaltungsmöglichkeiten sehr beliebt. Im Inneren werden sie außerdem gern als Türgriffe für Schiebetüren montiert.

Im Allgemeinen werden Stoßgriffe vornehmlich dann eingesetzt, wenn Türen schnell und mühelos geöffnet werden sollen, da hier nicht zuerst ein Öffnungsmechanismus in Gang gesetzt werden muss. Das ist besonders in öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Krankenhäusern, etc. der Fall. Gleichzeitig sind Stoßgriffe besonders gut geeignet, wenn davon auszugehen ist, dass die Türen nicht mit Sorgfalt behandelt werden. Durch den Wegfall der Mechanik zum Öffnen sind sie weniger anfällig für Verschleiß und robuster in der Montage.

Darüber hinaus kann die Wahl für einen Stoßgriff aber auch aus ästhetischen Gesichtspunkten erfolgen. Besonders Schiebetüren oder beidseitig öffnende Flügeltüren profitieren vom funktionalen bzw. luxuriösen Flair, das Stoßgriffe verströmen können – die richtige Wahl eines passenden Designs vorausgesetzt.

Die meisten Stoßgriffe besitzen Griffstangen in Stabform, die auch Stangengriff genannt werden. Es gibt jedoch zunehmend auch Modelle, die extravaganter geformt oder verziert sind, oder sogar Tiere o.ä. nachbilden (siehe unser Türgriff 2052 „Pfau“).

Bei Stoßgriffen ist die Gestaltung der Griffstange besonders wichtig. Zum Einen sollte sie gut in der Hand liegen und eine angenehme Handhabe bieten. Das wird beispielsweise durch ergonomisch abgerundete Formen oder interessante Riffelung der Stange erreicht. Zum Anderen sollte das Material robust und beständig sein. Die Griffstangen in unserem Sortiment sind ausnahmslos mit hochwertigen Oberflächenveredelungen versehen. Einige Modelle sind außerdem mit Edelholzhandhaben ausgestattet, die einen naturnahen Kontrast zu den metallenen Finishes bieten.

Stoßgriffe sind vielseitig: Extravagant oder minimalistisch, dekorativ oder schlicht, kühl oder verschnörkelt: Der Einsatz von Stoßgriffen kann eine echte Alternative zu Türklinken oder Türdrückern sein.

Und, welche Art von Türgriff bevorzugen Sie?

* inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
¹ Dieser Artikel wird nach Kundenspezifikation angefertigt und ist daher vom Widerrufsrecht ausgeschlossen.